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Autor: Lisa Rill
Artikel vom 16.11.2020

Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen in den Kitas/Schulkindbetreuung

Kita unter Pandemiebedingungen:
Aktuelle Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen in Kindertageseinrichtungen des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg

In einer Besprechung der Trägerverbände mit dem Kultusministerium wurde die derzeitige Lage der Corona-Pandemie in den Kitas von Dr. Karlin Stark, Abteilungspräsidentin des Landesgesundheitsamts, am 10.11.2020 vorgestellt. Aktuell gibt es in Baden-Württemberg doppelt so viele Infektionen wie im Frühjahr. Die gute Nachricht für alle Eltern, Kinder und auch Fachkräfte: Es gibt aktuell keinen Anhaltspunkt, die Kitas flächendeckend zu schließen.

Die Altersgruppe der Kinder unter vier Jahren ist von allen gemeldeten Infektionen am geringsten (Inzidenz ca. 50) betroffen, gefolgt von der Altersgruppe der 5-14-Jährigen. Der Anteil der infizierten Kinder (Alter 0-10 Jahre) nimmt seit September kontinuierlich ab. Die Anzahl COVID-19-Fälle in Kindergärten und Horten verzeichnete in den Meldewochen 38 bis 44 keinen Anstieg (weder bei Kindern, noch bei Fachkräften).

Bisher wurde dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg nur ein Fall gemeldet, nach dem ein Kind in einer Kita das Infektionsgeschehen ausgelöst hat. Dieser Verdacht erwies sich als unwahrscheinlich. Ansonsten waren immer Fachkräfte die auslösenden Personen. Eine Studie der Kinderärzte vom Juli 2020 bestätigt das: kein Kind gab die Infektion weiter. Kinder können das Virus in sich tragen oder erkranken (positive Testung). Das Risiko, dass Kinder andere Kinder oder Erwachsene anstecken, ist jedoch relativ gering.

In Baden-Württemberg gibt es keinen Hinweis darauf, dass Fachkräfte stärker als andere Berufsgruppen von Infektionen betroffen sind. Prozentual sind die Zahlen geringer als in der Vergleichsgruppe der Bevölkerung. Neben der Sorge um mögliche Ansteckungen, ist auch die aktuelle Personalsituation für Einrichtungsleitungen und Betreuungspersonal belastend. So reagieren Kitas bspw. mit einer Reduzierung der Öffnungszeiten. Der pandemiebedingte Personalausfall liegt seit Wochen konstant bei 4%. In ca. 1% der Einrichtungen wurden Schließungen vorgenommen. Es werden aktuell eher Gruppen als ganze Einrichtungen geschlossen.

Die Kita ist derzeit kein Risiko-Ort
Ein Ansteckungsrisiko in der Kita geht – wenn überhaupt – eher von den Erwachsenen aus. Da die Infektionszahlen nicht höher als in der Bevölkerung allgemein sind, ist davon auszugehen, dass die Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen wirken. Diese sind unbedingt weiter einzuhalten. Die individuelle Risikobewertung für die einzelne Fachkraft bleibt davon unberührt. Die Schließung von Gruppen/Einrichtungen bei positiver Testung eines Kindes wird weiterhin erfolgen, da Kinder und Fachkräfte Kontaktpersonen der Kategorie 1 sind. Der Zwischenbericht macht deutlich, dass Kitas keine "Treiber" des Infektionsgeschehens sind und Fachkräfte in der Arbeit mit den Kindern keinem erhöhtem Risiko ausgesetzt sind.

Abwägung: Sollen Kitas und Schulen wieder geschlossen werden oder nicht?
Die Entscheidung, ob Einrichtungen landesweit geschlossen werden sollen, ist letztlich eine Abwägung von möglichen Schäden und möglichem Nutzen von Schließungen. Für die Schließung sprechen bspw. der Schutz von Betreuungspersonal und Kindern sowie das grundsätzliche Ansteckungsrisiko in Einrichtungen. Dagegen spricht wie dargestellt, dass kein erhöhtes Risiko von Betreuungspersonen besteht, zu erkranken gegenüber der Allgemeinbevölkerung. Kitas sind somit keine „Infektionstreiber“ und Kinder erkranken selten schwer. In der Abwägung berücksichtigt wurde auch die emotionale und psychische Belastung der Kinder bei einer Schließung, die Leistung der Betreuung zu Hause, damit verbundene Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die stärkere Belastung von sozial Benachteiligten.

Fazit: Es gibt aktuell mit den geltenden Hygienevorschriften und Verhaltensregeln keinen Anhaltspunkt, die Kitas flächendeckend zu schließen.

Freiwillige Testmöglichkeiten in Kitas bis 10.01.2021 fortgeschrieben
Die Landesregierung Baden-Württemberg schreibt die freiwillige Testmöglichkeit für das Personal in Kitas bis 10.01.2021 fort. Die Kostenübernahme erfolgt durch das Land.

Weitere Informationen zu diesem Artikel finden Sie auf der Internetseite  des Evangelischen Landesverbands - Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V. unter https://www.evlvkita.de/information/aktuell/